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Nachhaltiges Bauen

Kirche
Umweltbundesamt

Das Thema Nachhaltigkeit ist heute in aller Munde. Die politischen Rahmenbedingungen sowohl in der EU (IPP, Integrierte Produkt-Politik) als auch in Deutschland greifen dieses Thema für das Bauen auf. Mit den aktuell entstehenden Normenreihen "Umweltleistung von Gebäuden" und "Hygiene, Umwelt und Gesundheit" wird dieses Thema zukünftig unmittelbar für Baustoffe und Bauprodukte relevant.

Nachhaltigkeit bedeutet, die Lebensqualität heutiger und künftiger Generationen im Blick zu behalten. Gerade bei Gebäuden, die auf eine lange Lebensdauer ausgerichtet sind, ist dies besonders sinnvoll. Doch die Gewährleistung des zeitlichen Bestands deckt den Begriff "Lebensqualität" nicht annähernd ab. Erst die drei Aspekte der Nachhaltigkeit zusammen - Ökonomie, Ökologie und Soziales bestimmen die Lebensqualität wesentlich. Aber wie sieht nachhaltiges Bauen konkret aus?

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Wohnungswesen hat in seinem "Leitfaden Nachhaltiges Bauen" Antworten auf diese Fragen gegeben. Nur eine ganzheitliche Betrachtung des Gebäudes über den gesamten Lebenszyklus ermöglicht demnach die Beachtung des Prinzips Nachhaltigkeit.

Vor diesem Hintergrund hilft die Deklaration des Institut Bauen und Umwelt, die ökologische Leistungsfähigkeit von Baustoffen und Bauprodukten zu beschreiben. Dies ist besonders wichtig für die Planungsphase. Schon in der Planungsphase kann auf eine sparsame Verwendung von Ressourcen geachtet werden. Grundlagen, die hier gelegt werden, beeinflussen zum einen Umweltwirkungen in der Bauphase z.B. durch die Herstellung, den Transport und die Verarbeitung der Baustoffe. Ökologischen und sozialen Bezug hat die Planung auch im Hinblick auf Auswahl des Standorts und Ausmaß des Flächenverbrauchs. Der Begriff "sozial" betrifft in diesem Falle nicht nur die späteren Nutzer des Gebäudes sondern auch Anleger und andere Interessensgruppen. In ökonomischer Hinsicht spielt die Planung natürlich eine wesentliche Rolle im Hinblick auf die Baukosten. Alle drei Aspekte sollten ausgewogen berücksichtigt werden.

Da Gebäude auf eine lange Nutzung ausgelegt sind, fallen die Auswirkungen der Nutzungsphase besonders ins Gewicht. Deshalb ist bei der Auswahl von Bauprodukten und Konstruktionen nicht nur auf Langlebigkeit zu achten. Auch die Kosten und Umweltwirkungen des Gebäudebetriebs und nötiger Sanierungen lassen sich durch die Produktwahl genauso positiv beeinflussen wie Gebäudeklima und Nutzungsfreundlichkeit als soziale Aspekte.

Letztendlich werden auch die Grundlagen für die Wirkungen eines Gebäuderückbaus in der Planungsphase gelegt. Demontagefreundlichkeit und Wiederverwendbarkeit bzw. Verwertbarkeit sind hier Stichworte aus Umweltsicht. Möglichst gefahrlose Durchführbarkeit der Arbeiten in dieser wie in allen Lebensphasen des Gebäudes ist eine der wichtigsten sozialen Pflichten des Bauherren.